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Ratgeber

Schnuller abgewöhnen

 
PLOOOPPP! Schnuller-Abschied leichtgemacht.

Irgendwann hat es sich ausgeschnullert.

Der beste Freund vieler Babys und Kleinkinder ist der Schnuller. Er beruhigt, tröstet und ist besonders beim Einschlafen oft unverzichtbar. Das rhythmische Nuckeln entspricht dem angeborenen Saugbedürfnis und der Schnuller dient als treuer Ersatz für die mütterliche Brust, die ja nicht ständig zur Verfügung steht. So weit, so gut. Doch irgendwann kommt der Tag, an dem der kleine Freund seinen Abschied nehmen sollte, sonst drohen ernsthafte Zahnfehlstellungen. Und spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem das Sprechen einsetzt, sollte zumindest tagsüber der Schnuller nicht mehr benutzt werden. Wie soll man auch mit vollem Mund deutliche Laute bilden? Haben Sie schon mal versucht, mit Schnuller im Mund ein verständliches S oder Z auszusprechen? Dann wissen Sie, wovon wir reden. Ihr Kind sollte ruhig merken, dass der Schnuller bei der Verständigung „stört“. Ein regelmäßig geäußertes „Was? Ich versteh dich gar nicht? Da scheint irgendwas in deinem Mund zu stecken?“ macht Ihrem Kind allmählich klar, dass es mit seiner neuen Fähigkeit nun aber wirklich aus dem Schnulleralter herausgewachsen ist und in einer anderen Liga mitspielt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Zahnärzte sagen, spätestens mit drei Jahre sollte der Schnuller endgültig keine Rolle mehr spielen. Gelingt das Abgewöhnen früher – umso besser! Längst dient der Schnuller zu diesem Zeitpunkt nicht mehr dem Nuckelbedürfnis, denn dieses lässt von Monat zu Monat immer mehr nach. Spätestens wenn das Schnullern zu einer reinen Gewohnheit geworden ist, heißt es Abschied nehmen. Leichter gesagt als getan? Kommt auf das Kind an – und auf seine Eltern! Denn Sie müssen den Anreiz geben, die wenigsten Kinder verlieren von ganz allein das Interesse an ihrem Nuckelfreund. Ein Weg dorthin kann sein, sich zusammen mit Ihrem Kind zu überlegen, ob und wann der Schnuller überhaupt noch nötig ist. Meist dient er jetzt nämlich ohnehin nur noch als Einschlafhilfe, als Kurzzeittröster oder wenn das Kind krank ist und besonders viel Zuspruch braucht. Und auf diese wenigen speziellen Situationen kann der Schnullergebrauch nun auch ganz offiziell beschränkt werden. Dazu gehört, dass Sie den kleinen Schnuller-Nutzer nach überstandener Krisensituation daran erinnern, dass er nun doch eigentlich gar keinen Schnuller mehr braucht und ihn wieder herausrückt. Wichtig ist auch, dass der Nuckel nicht jederzeit frei verfügbar und sichtbar herumliegt. Besser ist, sie „gönnen“ dem Schnuller eine kleine Dose, in der er sich tagsüber „ausruhen“ darf und wirklich nur bei dringendem Bedarf herausgeholt wird. Das „Schlafenlegen“ des Schnullers zelebrieren Sie am besten gemeinsam mit Ihrem Kind und vereinbaren dabei, ihn so selten wie möglich zu „wecken“.

Im Laufe der Nacht fällt vielen Kleinkindern der Schnuller von alleine aus dem Mund. Sie können diesen Zustand forcieren, indem Sie ihn sanft aus dem Mund ziehen, sobald Ihr Kind fest eingeschlafen ist. Auch damit verkürzt sich die „Tragezeit“ immer mehr. Erzählen Sie Ihrem Kind ruhig öfters davon, dass es die ganze Nacht schnullerlos verbringt, dann merkt es nämlich, dass es eigentlich gar keinen Schnuller mehr braucht.

 

Schnuller-Demokratie

Was gar nicht gut kommt ist das plötzliche Verschwindenlassen des geliebten Freundes. Sie würden sicher auch sehr empört reagieren, wenn Ihnen beispielsweise von einem auf den anderen Tag der Kaffee entzogen wird! Beziehen Sie Ihr Kind also immer in die Entscheidung mit ein und planen sie gemeinsam, wie der endgültige Abschied aussehen soll. Hier sind zwei der vielen Möglichkeiten:

Ab die Post!

Der Schnuller wird in Absprache mit dem Kind eingepackt und ganz offiziell mit der Post zum Beispiel an die Oma oder den Patenonkel geschickt, um zu zeigen, dass man jetzt schon so „groß“ ist, dass der Schnuller überflüssig wird. Natürlich kommt ein Päckchen mit einer kleinen Belohnung zurück!

Keine gute Idee ist es übrigens, den Schnullerabschied zu einem Zeitpunkt einzufordern, an dem Kinder ohnehin unter einem gewissen emotionalen Stress stehen, wie zum Beispiel dem Wechsel in die Kinderkrippe oder wenn ein neues Geschwisterchen auf die Welt kommt. Erzwingen lässt sich sowieso nichts. Hält Ihr Kind mit aller Macht an seinem geliebten Schnuller fest, bleiben Sie am besten ganz locker und starten einfach in einem Vierteljahr einen neuen Versuch.

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